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Forum: "Sir Ken Robinson: Tötet Schule die Kreativität?"
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 | Für den Fall |  | von: janne60

erstellt: 17.04.2010 16:39:39 geändert: 17.04.2010 16:40:18 |
dass es euch zu lang ist(oder zu englisch, ich habs inzwischen 3 mal mit Zwischenstopps gehört, um ja alles zu verstehen): Ich picke mal einige Thesen heraus und versuche sie, sinngemäß zu übersetzen (die Englisch-Fachleute mögen mich berichtigen, wenn nötig):
In jedem Bildungssystem der Welt rangieren Mathe, Sprachen und Humanwissenschaften ganz oben. Ganz unten ist Kunst, und hier wiederum rangiert Malerei und Musik höher als Theater und Tanz.
Warum ist das so?
Uni-Professor zu sein, ist nicht der Gipfel der Bildung, sondern nur eine Lebensform.
Studierte Menschen sind oft völlig "verkopft", sie benutzen ihren Körper nur, um damit ihren Kopf zu tragen.
In den nächsten 30 Jahren werden mehr Menschen einen graduierten Abschluss machen als in der gesamten Menschheitsgeschichte.
Nur ist heute ein grad. Abschluss nichts mehr wert. Früher galt: Wer einen Abschluss hat, hat einen Job. Heute haben wir akademische Inflation.
(und dann erzählt er die Geschichte von Gillian Lynn):
Gillian war in den 30er-Jahren ein Schulkind und galt als lernbehindert (und nach heutigem Maßstab hätte sie ADHS gehabt). Die Mutter schleppte sie zu einem Spezialisten. Der hörte sich alles genau an. Dann spielte er Musik vor und Gillian begann sich zu bewegen. Da sagte er zur Mutter: Ihr Kind ist nicht lernbehindert, es ist ein Tänzer! Schicken Sie es auf eine Tanzschule.
Danach machte Gillian Lynn eine beispiellose Karriere als Balletttänzerin und Choreografin und von ihr stammen die größten Musicals der Welt, Cats und Phantom der Oper.
Ein anderer Arzt hätte ihr vielleicht Medikamente zum Ruhigstellen gegeben.......
(so, vielleicht später mehr) |
 | Es ist |  | von: janne60

erstellt: 18.04.2010 21:01:30 geändert: 18.04.2010 21:01:58 |
ja schon fast mein persönlicher Blog hier, aber ich bin von diesem Mann und seinen Sätzen so fasziniert, dass ich einfach mal weitermache:
Kreativität und Bildung (Erziehung) müssen miteinander einher gehen. Es ist wichtig, Talente beim Kind zu finden.
Kreativität ist so wichtig wie Literatur.
Man stelle sich vor, auch Shakespeare war mal ein Kind. Auch er hatte einen Vater, war mal 7 Jahre alt und saß in irgend jemandes Englischklasse.
Welche Sätze mag er wohl zu hören bekommen haben?
"Gib dir mehr Mühe", "geh jetzt zu Bett", "...und LEG DEN STIFT endlich weg", "und rede nicht so geschwollen, es versteht dich ja keiner..."
Die Dinge, die man als Kind gern gemacht hat, sind nie die Dinge, mit denen man später sein Geld verdient. Man bekommt gesagt "Hör auf zu malen, du wirst eh kein Maler", "Hör auf zu tanzen, du wirst eh kein Tänzer", "Mach keine Musik, du wirst sowieso kein Musiker"
Aber Kinder sind geborene Künstler.
Und sie müssen ihre Kreativität einsetzen, um die Zukunft zu gestalten.
WIR werden die Zukunft nicht mehr erleben, SIE schon.
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 | Beispiel aus meiner Klasse |  | von: janne60

erstellt: 19.04.2010 16:40:30 |
N., mäßig begabt, lustlos, unmotiviert, entmutigt, entwickelt sich während unseres MUS-E Projekts zu einem Superrhythmiker an der Trommel. Er macht die Vorgaben, gibt Einsätze, erfindet Zweitstimmen usw. als es zu einem Auftritt kommen sollte, bei dem er angeblich nicht mitmachen konnte, sagte ich zu ihm: N. du bist unser bester Mann. Wir können auf dich nicht verzichten. Bitte mach mit!
So ungläubige Augen habe ich noch nie gesehen. Danach ging es wie ein Ruck durch das Kind: Er strengt sich an, beteiligt sich im Unterricht, hat dadurch seine Noten verbessert und ein Selbstwertgefühl gefunden.
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