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Forum: "Kontrovers diskutiert - die Abschaffung der Förderschule"
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erstellt: 06.11.2010 20:40:30 geändert: 06.11.2010 20:44:13 |
Ich sehe auch, dass die integrativen/inklusiven Schulen, die es zur Zeit gibt, nur "Gehversuche" sind.
Aber frei nach dem Motto: "Gibt das Leben dir Zitronen, mach Limonade daraus!", sollten wir uns auch in unseren begrenzten Bereichen aufmachen und das Beste aus unserer Situation machen.
Das heißt ja nicht, dass wir keine Forderungen an die Politik mehr stellen oder dass wir nicht mehr auf sinnvolle Änderungen hinarbeiten sollen!
Eltern wünschen für ihre Kinder ein Stück "Normalität", wenn sie es nicht auf eine Förderschule geben.
Ich erinnere mich daran, dass wir als Kinder die Sonderschule als Brettergymnasium bezeichnet haben und die Schüler als Sonderlinge betrachtet haben. Ich war mir als Kind nicht bewusst, wie weh diese Einstellung sowohl den Kindern als auch den Eltern tut. Denn die Kinder besuchten nicht nur eine andere Schule, sondern hatten oft auch wenig oder keine Freunde.
Normalität bedeutet für mich heute nämlich auch, damit umgehen zu lernen, dass Menschen unterschiedlich sind, dass alle gleiche Rechte haben, dass man sie nicht nur fördern, sondern auch fordern muss.
Man darf Kinder nicht in Watte packen, denn sie brauchen wie der Grashalm den Wind des Lebens, um möglichst eigenständig zu werden.
Und wir sollten vielleicht auch einmal darüber nachdenken, dass wir jederzeit in eine ähnliche Situation kommen können, indem wir z. B. Eltern oder Großeltern (...) eines behinderten Kindes werden oder sogar selbst behindert werden.
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![](https://media.4teachers.de/images/listen/foren/forenbeitrag.png) | Und warum kann eigentlich die Sonderschule | ![Seitenanfang](https://media.4teachers.de/images/listen/back.gif) | von: janne60
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erstellt: 06.11.2010 21:21:08 |
nicht als normal betrachtet werden??
Sorry, es heißt ja jetzt Förderschule. Man kann sich aber an Begrifflichkeiten auch zu Tode abarbeiten.
Ich hatte bis vor einem Jahr ein Mädchen in der Klasse, das restlos überfordert war, weil eben schwach begabt. Es kam sich in der Klasse immer als Außenseiter vor, denn es war NUR lernbehindert, aber nicht emotional tot. Es hat sehr wohl mitgekriegt, dass alle anderen Dinge konnten, die es selbst nicht konnte und litt darunter (ich betone an dieser Stelle mal gleich, dass die Klasse sehr lieb, hilfsbereit und kameradschaftlich war). Die Eltern boxten eine Integrationsmaßnahme durch mit dem Ergebnis, dass das Kind jetzt NOCH exponierter war, denn nun hatte es auch noch eine Extralehrerin. Nach 3 Jahren waren die Eltern endlich einverstanden mit einer Umschulung mit dem Ergebnis, dass zum allerersten Mal das Kind fröhlich und gelöst war, es hat jetzt mehr Freunde als vorher, es hat jetzt Lernerfolge und es hat vor allem nicht mehr das Gefühl, anders zu sein.
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![](https://media.4teachers.de/images/listen/foren/forenbeitrag.png) | Einfach so integriert? | ![Seitenanfang](https://media.4teachers.de/images/listen/back.gif) | von: silberfleck
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erstellt: 07.11.2010 10:43:36 |
eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema aus der IGS Hamm:
http://www.igs-hamm-sieg.de/
dann runterscrollen auf
Einfach so integriert? : Integration Lernbehinderter nach dem Konzept Schwerpunktschule in Rheinland-Pfalz, Dr. Gabriele Lindemer
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![](https://media.4teachers.de/images/listen/foren/forenbeitrag.png) | spannender link...dank! | ![Seitenanfang](https://media.4teachers.de/images/listen/back.gif) | von: unverzagte
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erstellt: 07.11.2010 12:40:34 geändert: 07.11.2010 12:50:26 |
vorab: es ist sicher kein geheimnis, dass die einsparungsmaßnahmen der förderschulen zwangsläufig eine didaktische debatte nach sich zieht, schließlich sollen wir das ganze verantwortbar umsetzen und zwar so, dass es nicht nur den betroffenen sus, sondern auch uns berücksichtigt.
habe die diskussion weitgehend verfolgt, die diss. überflogen und mich nur der abschließenden fragestellung bzw dem ausblick angenommen:
Zu untersuchen wäre auch, was ein hoher sozialer Ablehnungsstatus konkret bedeutet.
Muss er in der Realität im Verhalten der Mitschüler erkennbar und durch die betroffenen
Schüler direkt erfahrbar sein? Liegt die teilweise zu günstige Selbsteinschätzung des
sozialen Status daran, dass die Ablehnung nicht wahrgenommen werden kann, weil sie
sich im schulischen Alltag nicht äußert?
die ängste,professionell unzureichend auf herausfordernde kinder einzugehen, die wir gern der förderschulkollegin zuschieben, kann ich nachvollziehen.
(stichwort: kompetenzüberschreitung)
und dennoch:
in der schule ist jedes kind "irgendwie anders", selbst einige kolleginnen scheinen insbesondere anders zu sein. sollen diese nun auch separiert werden, weil wertschätzende kommunikation bzw das anderssein mehr als belastungung denn bereicherung erlebt werden kann?
ja, die bedingungen könnten optimaler sein, aber im internationalen vergleich sind sie immer noch mehr als gut, womit wir beim schulischen alltag wären:
jedeR sollte versuchen für sich zu definieren, was (weniger wer) eigentlich genau als behinderung empfunden wird, bzw. die persönliche grenze gesetzt wird. diese sind durchaus erweiterbar, aber dazu muss ich mich zunächst auf das "behinderte" kind einlassen.
mit entsprechender unterstützung von eltern, profis etc. seh ich da durchaus eine reelle chance, die institution schule zu einem lebens-, und liebenswerten ort werden zu lassen. |
![](https://media.4teachers.de/images/listen/foren/forenbeitrag.png) | Förderschulen | ![Seitenanfang](https://media.4teachers.de/images/listen/back.gif) | von: caldeirao
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erstellt: 07.11.2010 13:04:26 |
Bei allem Hin oder Her- egal wie man die Schule nennt, sie wird im Volksmund immer Brettergymnasium, Doofenschule oder ähnlich heißen. Es ist sowohl den Kindern als auch den Eltern peinlich, das in der Öffentlichkeit zu sagen. Ich kannte eine Mutter, die hat die Zeugnisse ihres Kindes kopiert und den Schulnamen dabei abgedeckt, weil es ihr peinlich war, wenn die Verwandtschaft das Zeugnis sehen will.
Meine SuS, die ich im gemeinsamen Unterricht betreue, sind größten Teils sozial integriert.
Ich sehe das auch so, dass in D die Rahmenbedingungen äußerst ungünstig sind und dabei habe ich das Gefühl, wenn ich Eure Beiträge lese, dass wir in Brandenburg dazu vergleichsweise gute Bedingungen haben, die aber trotzdem ungenügend sind. Des Weiteren sehe ich als Problem, die große Ablehnung in der Lehrerschaft (nicht alle) für diese Art der Beschulung. Es wird meiner Ansicht nach zu stark dagegen gesprochen und die Nachteile diskutiert.
Aus meiner Sicht stellt sich die Frage, wie organisiere ich Unterricht, damit auch behinderte Kinder erfolgreich lernen können und damit meine ich auch die Kinder mit FB "Lernen". Sicher ist es nicht ganz einfach und mit Frontalunterricht nicht zu machen. Ich lese gerade den Stern- Ratgeber "Die beste Schule für mein Kind". Dort findet man viele Antworten, wie das machbar ist und dort wird auch nicht von 15 Kindern mit 3 Lehrern gesprochen, sondern mindestens von nomalen Bedingungen meist sogar von eher ungünstigen Voraussetzungen, sozusagen aus der Not geboren.
Ich möchte mich da auch sopaed anschließen, lieber zu überlegen,
wie wollen wir das organsieren, wie muss sich Unterricht verändern
wie schaffen wir es, dass alle Kinder einen Nutzen ziehen
welche Rahmenbedingungen brauchen wir, welche sind realistisch, wie können wir sie im Interesse der Kinder einfordern
Ich glaube, dass eine Diskussion dagegen uns nicht viel bringt. Die Inclusion wird kommen so oder so. Es fordert die UN Menschenrechtsorganisation und da kann D, das ständig um lebenswerte Menschenrechte kämpft, sich nicht dagegen stellen.
Eine Diskussion über das OB und WIE KANN MAN DAS VERHINDERN vergeudet nur Kraft und Ressourcen.
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![](https://media.4teachers.de/images/listen/foren/forenbeitrag.png) | So lange wir | ![Seitenanfang](https://media.4teachers.de/images/listen/back.gif) | von: ysnp
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erstellt: 07.11.2010 13:20:26 geändert: 07.11.2010 13:24:18 |
Schule definieren hauptsächlich
nach kognitiven Fähigkeiten, die durch Noten bewertet werden,
unsere Gesellschaft und Wirtschaft auf dieser Basis funktioniert...
werden Inklusion und Förderschule immer zwangsläufig Ausgrenzung bedeuten, weil die "anderen" und das - ich nenne es einmal - "gesellschaftliche Feeling" ausgrenzen.
Es müssen 2 Kompenenten verändert werden:
- die Einstellung der Gesellschaft zu solchen Kindern (gibt es z.B. Firmen, die speziell Förderschulen sponsern...)
- die insgesamt gesellschaftliche Sozialkompetenz
Alles andere ist nur ein Herumdoktorn, wenn nicht an den Grundlagen gearbeitet wird. Letztendlich ist es dann egal ob Inklusion oder Förderschulen, es geht um den gesellschaftlichen Zusammenhang.
Wenn die Förderschulen mehr anerkannt wären, dann wäre das in meinen Augen eine optimalere Förderung.
Der Inklusion kommt zugute, dass hier die standard beschulten Kinder gezwungen sind, Sozialkompetenz zu lernen. Allerdings glaube ich, dass homogenere Klassen im kognitiven Bereich bessere Ergebnisse erzielen - das kann man ja deutlich in der Grundschule sehen, wenn man mal diese oder jene Klassenzusammensetzung erwischt.
Zur Belastung:
Je homogener die Klasse, desto mehr Schüler verträgt sie. Je mehr Problemfelder verschiedener Art, desto kleiner muss sie sein und desto mehr Lehrer müssen in der Klasse sein. |
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