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Forum: "Vereinfachte (?) Ausgangsschrift?"
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| Wo sind eigentlich die Argumente? | | von: leva
erstellt: 11.01.2006 18:11:40 |
Wir haben bei uns an der Schule seit Jahren die VA schrittweise eingeführt. Vieles aus dem Forum kommt mir sehr bekannt vor. Es erinnert mich nämlich an die Diskussion, die bei uns im Kollegium geführt wurde. Vor allem das Argument, die VA sei nicht so ästhetisch, fand ich hochinteressant.
Ich halte mich gerne an den (m.E. wirklich guten) Lehrplan in Schleswig-Holstein, in dem steht, dass die VA zu bevorzugen ist. Als Fachleiterin war mir klar, dass ich verpflichtet bin, mich zumindest mit der VA auseinanderzusetzen und mich gründlich zu informieren. Ich habe mich von den Argumenten überzeugen lassen. Von "Pelikan" gibt es einen sehr informativen Film dazu.
Obwohl ich skeptisch war, habe ich vor 4 Jahren mit der VA begonnen. Ich war erstaunt, wie leicht die Schüler die verbundene Schrift gelernt haben und wie schön die Handschriften waren. Auch ich selbst habe mich schnell und leicht umstellen können. Die Umstellung auf VA habe ich noch keinen Tag bereut.
Die Eltern waren nach einem Info-Abend schnell überzeugt und positiv eingestellt. Nur halten sich immer noch hartnäckig die Gerüchte, dass an den weiterführenden Schulen die VA nicht gerne gesehen ist und dass Fehler angestrichen würden, wo keine sind...
Wenn ich bei Orientierungsstufentreffen das Thema anschneide, sind die Kollegem immer ganz irritiert. Die meisten wissen gar nicht, wovon ich spreche. Dort wird nämlich gar keine Ausgangschrift geschrieben. Alle Lehrer schreiben in ihrer ganz normalen "Erwachsenenhandschrift".
Übrigens - die Korrekturhinweise einiger Kollegen können oft weder meine beiden Töchter noch ich entziffern. Ob das daran liegt, dass die Kollegen das Schreiben nach der LA erlernt haben??? |
| SAS | | von: janneke
erstellt: 12.01.2006 16:39:49 |
Interessant, dieses Forum!
Ich bin nach wie vor froh, LA unterrichten zu dürfen - zugegebenermaßen auch aus Bequemlichkeit
Dennoch kann ich die Kritik der SEK I -Kollegen verstehen, dass sie VA nicht als verbundene Schrift ansehen. Es IST ja auch eine Lücke vorhanden!
Ich habe durch eine Anordnung zur Zeit das Glück, eine zweite Klasse beim Lernen der Schulausgangsschrift (ehemalige "DDR-Schrift") beobachten zu dürfen. Dort ist mir aufgefallen, dass die SAS eigentlich ein wunderschöner Kompromiss zwischen LA und VA ist: nicht zu viele Schnörkel, aber dennoch verbundenes Schriftbild. Weiterer Vorteil: Diese Schrift können die Kinder sich wesentlich selbstständiger erarbeiten, weil sie nahe an der Druckschrift liegt.
Die Beobachtung, dass sich in höheren Klassenstufen aus der VA eher eine "Vereinfachte Schmierschrift" entwickelt, kann ich leider auch nur bestätigen. Einige Mädchen, die wohl mit jeder Schriftart schön geschrieben hätten, können das in Klasse 7 und höher noch sehr gut. Aber die Hefte der Jungen darf man sich meistens gar nicht erst ansehen. |
| Oh je ich hab auch zwei Jungen!!! Hoffentlich kann ich demnächst noch alles lesen!! | | von: kaldi
erstellt: 19.02.2006 01:57:58 |
Meine Söhne haben beide VA gelernt. Ich hab diese Schrift mit ihnen mitgelernt und habe die Vorteile dier Schrift erkannt. Mein ältester Sohn ist jetzt allerdings auf der weiterführenden Schule und er ist in dieser Klasse der einzige, der diese Schrift gelernt hat. Es ist in der Anfangszeit tatsächlich vorgekommen, dass Richtiges nicht erkannt wurde, obwohl er recht ordentlich schreibt. Die Problemtaik mit dem "b" und "l" und demanghängten "e" ist uns aber auch bekannt. Das "s" sieht bei ihm aus wie ein "j" ohne Punkt. Mein sohn wollte zum Drucken zurückkehren, er kann es aber nicht mehr, weil es ihm während der GS Zeit verboten wurde.
Ich persönlich halte die LA für zu verschnörkelt(Großbuchstaben), da gefällt mir eine Mischform wie die Schulausgangsschrift wesentlich besser.
Zuletzt habe ich an einer Grundschule unterrichtet , in der es keine einheitliche Schrift gab. Ich denke schon, dass es klare Absprachen geben sollte. Innerhalb eines stadtgebietes sollten sich dann auch alle GS absprechen. An meiner neuen Schule wird LA geschrieben. Ich hatte versehentlich VA geschrieben, die Kinder konnten es nicht lesen, einer meinte nur:"Das ist altdeutsch, Mensch bist du schon so alt?" :) |
| Veränderte Lernvoraussetzungen | | von: leva
erstellt: 19.02.2006 12:22:03 |
Es ist schwer festzustellen, ob im Anfangsunterricht heute genauso viele Schwungübungen gemacht werden wie früher.
Ich habe gerade eine 1. Klasse und bemühe mich gerade sehr, die Motorik der Kinder zu fördern. Allerdings ist festzustellen, dass immer mehr Kinder in diesem Bereich auffällig sind. Viele Kinder könnten vom Sportförderunterricht profitieren. Wir haben auch eine eigens dafür ausgebildete Kollegin - nur leider haben wir keine Stunden dafür zur Verfügung...
Ansonsten verwenden wir viel Unterrichtszeit dafür, mit den Kindern das Zuhören, das Aus- und Einpacken, das Abheften, das Aufräumen des Arbeitsplatzes, das Einhalten von Gesprächs-und Verhaltensregeln, ... zu trainieren.
Vielleicht ist tatsächlich zu wenig Zeit für Schwungübungen übrig..
Es bleibt uns nichts übrig, als die Kinder dort abzuholen, wo sie stehen und sie nach Kräften zu fördern. Egal ob mit oder ohne VA! |
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